Young Innovators Award

Ausgezeichnet mit dem Young Innovators-Award.

"Die Arbeit von Martin C. Schmalz ist ein Paradebeispiel für eine hervorragende empirische Arbeit: Sie geht einer wirtschafts- und finanzpolitisch wichtigen Frage nach, indem sie in innovativer Form umfangreiche Daten mit anspruchsvollen ökonometrischen Methoden zusammenführt, und so fundierte Antworten auf eine kontrafaktische Fragestellung geben kann. Es sollte nun erarbeitet werden, inwieweit sich die Ergebnisse der Arbeit von Martin C. Schmalz auf andere Branchen und Länder übertragen lassen. Für Kartellbehörden könnte sich hier ein neues Betätigungsfeld von hoher Bedeutung ergeben." 

Prof. Michael Binder, Ph.D.
Juryvorsitzender Young-Innovators Award

Der Kooperationspartner

Die Ausschreibung des Young Innovators-Awards und die Entscheidung des Preisträgers erfolgen in Kooperation mit dem House of Finance.

Mehr unter:
www.hof.uni-frankfurt.de

In seiner ausgezeichneten Arbeit beschäftigt sich der Ökonom mit durch Kapitalbeteiligungen ausgelösten Wettbewerbsverzerrungen. Er untersucht für die U.S.-amerikanische Luftfahrtbranche, ob die Preise von inner-amerikanischen Flugtickets aufgrund des Umstandes, daß institutionelle Anleger zum Teil erhebliche Beteiligungen an mehreren Fluggesellschaften halten, höher sind, als sie dies wären, wenn solche gleichzeitigen Kapitalbeteiligungen ausgeschlossen wären. Unter Verwendung innovativer Methoden der empirischen Wirtschaftsforschung dokumentiert die Arbeit, dass die Preise von inner-amerikanischen Flugtickets etwa 3 bis 5 Prozent niedriger sein würden, sofern es keine simultanen Kapitalbeteiligungen geben würde.

Sollten zukünftige Arbeiten ähnliche Effekte auch für andere Branchen feststellen, würde dies tiefgreifende Implikationen für das Wettbewerbsrecht haben: Bedenkliche Wettbewerbsverzerrungen werden nicht nur durch zu große Marktanteile einzelner oder durch gegenseitige Beteiligungen miteinander verflochtener Unternehmen ausgelöst. Vielmehr entstehen solche Wettbewerbsverzerrungen auch durch per se stille Kapitalbeteiligungen institutioneller Anleger bei mehreren Unternehmen einer Branche. Es könnte dann sinnvoll sein, institutionelle Anleger dazu zu verpflichten, ihre Beteiligungen ausschließlich über verschiedene Branchen hinweg, aber nicht innerhalb einer Branche, zu diversifizieren.

Martin C. Schmalz, Ph.D

Titel seiner wissenschaftlichen Arbeit: "Anti-Competitive Effects of Common Ownership"

Martin C. Schmalz, Ph.D., hat einen Master-Studiengang in Volkswirtschaftslehre an der renommierten US-amerikanischen Princeton University absolviert und wurde dort auch promoviert, ebenfalls in der Volkswirtschaftslehre. Zuvor hatte er in Stuttgart bereits ein Maschinenbaustudium als Diplom-Ingenieur abgeschlossen. Derzeit ist er Assistant Professor of Finance an der University of Michigan.

Nachdenken. Mitdenken. Vordenken.